Mittwoch, 25. Februar 2015

Ich will nicht jemand sein, der mit Bleistift schreibt,
zu langsam isst und wenn er läuft, immer den Blick nach unten richtet.

Ich war zu lange Unterwasser und habe vergessen, dass die Lunge mit Luft gefüllt sein sollte; atmen erscheint mir nicht mehr ein natürlicher Prozess zu sein, den man 23.000x am Tag betreibt.
Ich fühle mich wie eine alte Frau, die in den Spiegel sieht und nur Falten, graue Haare, müde Augen und das Fehlen ihres alten Ichs erkennen kann.

Aber ich bin nicht jemand der sich von Sonnenuntergängen abwendet und so tut, als wäre Dunkelheit das einzige, das ich jemals kannte; jemand der denkt, dass die Sonne niemals wieder aufgehen wird.
Denn die Sonne wird aufgehen - die Wörter die sich in mir verstecken werden ihren Weg raus finden. Ich kann nicht für immer meine Luft anhalten.
Ich bin nicht jemand der mit Bleistift schreibt, der alles löscht, das zu ehrlich, nicht perfekt genug ist.
Ich kann nicht meine Lippen geschlossen halten, meine Hände hinter meinem Rücken gebunden, ich kann nicht so tun, als wäre ich nur der Schatten von meinem alten Ich.
Mein Morgen hält Sonnen für mich bereit, die viel heller scheinen, als jemals eine über dem Horizont erschienen ist. Ich habe den Gipfel noch nicht erreicht!

Es gibt so viel mehr für mich,
jeden Tag,
Kann ich neu anfangen,

5 Kommentare:

  1. Wahnsinnig toll geschrieben, wirklich!

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  2. oh man, rose, ich glaube du hast mir gerade (unwissentlich) das schönste kompliment gemacht.
    ich danke dir dafür. wenn sich irgendwann die möglichkeit ergeben würde, dann würde ich unglaublich gerne bilder von dir machen. und vielleicht wärst du auch bereit deine geschriebenen worte herauszuschreien, oder zumindest ganz laut zu sagen, denn ich finde, dass sie jeder, absolut jeder, hören sollte.

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  3. der text ist so wunderschön! ich bin sprachlos!

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  4. Dankeschön. Ihr seid alle so tolle Menschen.

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